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So hat die Pandemie die Mode verändert

  • FASHION

Die allgemeine Meinung zur Jogginghose hat sich in der Gesellschaft weiterentwickelt. −Picture: Imago

Von Miriam Werner

Jogginghose statt Bleistiftrock: Der Dresscode hat sich in Pandemie-Zeiten geändert. Mittlerweile liegt legere und bequeme Kleidung im Development. Das zeigt auch eine Nachfrage bei Experten und Herstellern.

Noch vor wenigen Jahren struggle es verpönt, sie zu tragen – doch seit der Pandemie liegt die Jogginghose voll im Development. Im Homeoffice erfreute sie sich immer größerer Beliebtheit; ist die Jogginghose doch um einiges gemütlicher als Anzughose oder Bleistiftrock. Der Modedesigner Karl Lagerfeld sagte einst in einer Talkshow: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben Verloren.“ Inzwischen ist die ehemals als Modesünde betitelte Hose alltagstauglich worden. Die Krawatte hingegen verschwindet mehr und mehr von der Bildfläche – obwohl sie einst in der Arbeitswelt als Image für Kompetenz und Standing stand.

Bequemlichkeit aus dem Homeoffice mit ins Büro

Carl Tillessen ist Trendanalyst des Deutschen Mode-Instituts. Er kennt mögliche Gründe für diese modische Entwicklung hin zu einer legereren Kleidung: „Wir nehmen sehr viel mit aus dem Homeoffice, aus dem Lockdown in unseren post-pandemischen Alltag. Nämlich diese Bequemlichkeit, diese Lässigkeit, an die wir uns gewöhnt haben.“ Daher findet man auch weiterhin bequeme Hosen im Handel, weite Schnitte und gemütliche Stoffe. Wer mit der trendigen Jogginghose ausgeht, trägt eine andere, als die zum Abhängen auf der Sofa. Die Ausgeh-Jogginghose ist schicker, „von einer quick schon überraschenden Eleganz“, so Tillessen.

Dass der Development hin zur Jogginghose geht, bestätigt der Sportartikelhersteller Puma aus Herzogenaurach: „Wir konnten in den letzten Jahren beobachten, dass sich die allgemeine Meinung zur Jogginghose weiterentwickelt hat und sie nun vollkommen akzeptiert wird“, sagt Anja Egger, Head of Advertising and marketing Central Europe von Puma, auf Anfrage unserer Zeitung. Ähnliche Erfahrungen meldet auch Konkurrent Adidas. Der Konzern stellte während der Pandemie eine höhere Nachfrage nach sportlicher Freizeitkleidung fest. Besonders Jogginghosen, Leggings, Sweatshirts und T-Shirts waren gefragt, sagt eine Sprecherin des Unternehmens.

Jogginghose als Streetwear-Teil lange Zeit umstritten

Die Meinung zur Jogginghose als Streetwear-Teil sei lange Zeit umstritten gewesen, teilt Egger mit. Jetzt sehe man sie gerade bei der Era Z als täglich integrierten Teil des Kleidungsstils – und das unabhängig vom Geschlecht. Zur Era Z zählen die Menschen, die zwischen 1995 bis 2010 geboren wurden. Eine Era, die oftmals auch als Digital Natives bezeichnet wird, da sie schon früh mit digitalen Technologien aufwuchsen. Und eine Era, die nun mehr und mehr ihren Platz in der Arbeitswelt findet. „Wir können bestätigen, dass sich das Trageverhalten in den letzten Jahren stark verändert hat.“ Zu den Verkaufszahlen wollte sich der Sportartikel-Hersteller Puma allerdings nicht äußern. Additionally Adidas bestätigt, dass der Konzern einen zunehmenden Development zu Jogginghosen erkennen würde.

„Die Jogginghose hat vor allem Potenzial, da sie einen Unisex Type bietet, welcher aktuell sehr im Development liegt“, sagt Egger. Darüber hinaus sei „Casualwear“ momentan sehr beliebt und wesentlich weiter verbreitet als noch vor einigen Jahren. Der englische Begriff „Casualwear“ beschreibt einen Kleidungsstil, der wörtlich übersetzt locker, leger oder lässig heißt. Dazu zählen Klamotten, die weit weniger förmlich sind als der klassische Enterprise-Look: Statt Anzug und Krawatte kann eine Denims mit Blazer oder Sakko kombiniert werden. Es bezeichnet einen bequemen aber dennoch schicken Kleidungsstil, der auch in der Freizeit getragen werden kann.

Die Adidas-Sprecherin betont: „Jogginghosen werden von Konsumentinnen und Konsumenten nicht mehr nur aus Bequemlichkeit getragen, sondern auch zu alltäglichen und schicken Anlässen.“ Im Vergleich zu den vergangenen Jahren sehe Adidas dabei einen Development hin zu Jogginghosen aus Baumwolle, die elegant und ästhetisch kombiniert werden können.

Corona-Pandemie hat Mode gemütlicher gemacht

Die Mode in der Pandemie can also be gemütlich und bequem geworden – und das wird voraussichtlich erst einmal so bleiben. Denn zu den modischen Veränderungen durch das Homeoffice gehörte für viele Menschen auch, dass sie ihren beruflichen Dresscode ablegen konnten – weg mit den Krawatten, Blazern, den fein säuberlich gebügelten Blusen und engen Kostümen. Solche Annehmlichkeiten gebe man „nicht kampflos wieder auf“, sagt Modeanalyst Tillessen. Zumal sich ihre Entwicklung schon vorher abzeichnete, nun aber durch die Pandemie beschleunigt wurde. „Was unter normalen Umständen zehn Jahre gedauert hätte, ist jetzt in zwei Jahren über die Bühne gegangen.“

−D.Ok.

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