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Kreis Gießen: Secondhand liegt im Development

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From: Constantine Hoppe

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Der Handel mit Secondhand-Kleidung boomt weltweit. Die Gründe dafür sind vielfältig: Ressourcen- und Klimaschutz spielen dabei aber eine immer größere Rolle. Auch im Kreis Gießen werden Secondhand-Produkte immer beliebter.

Kreis Gießen – Klamotten, Taschen, Schmuck und mehr – Secondhand-Produkte liegen deutschlandweit im Development. Immer mehr Menschen greifen beim Einkauf zu gebrauchter Kleidung. Das gilt auch für den Kreis Gießen.

Genaue Zahlen zur Größe des Secondhand-Marktes in Deutschland gibt es bisher nicht. Die Gebrauchtwaren-Plattform Momox hat in einer repräsentativen Umfrage ermittelt, dass mehr als die Hälfte der Deutschen schon einmal secondhand gekauft hat. Quick zwei Drittel der Kunden erwerben gebrauchte Kleidung dabei im Web.

Der Hauptgrund zum Kauf von gebrauchter Kleidung: Die Umwelt. Den Umfrageergebnissen zufolge geben 86 Prozent der Befragten an, Secondhand-Ware aus Nachhaltigkeitsaspekten zu kaufen. Besonders Frauen ist der Umweltgedanke dabei wichtig.

Eine Händlerin, die die Entwicklungen im Secondhand-Bereich schon seit Langem verfolgt, ist Heidi Gilbert. Seit 18 Jahren führt sie ihr Secondhand-Geschäft für Damenmode, Heidis Flohkiste, in der Taunusstraße in Grüningen. Besonders seit 2020 habe sich das Interesse der Menschen a Secondhand verstärkt, sagt Gilbert: »Seit etwa zwei Jahren kommen deutlich mehr Kundinnen her.«

Als Gilbert vor 18 Jahren mit ihrem Geschäft loslegte, waren ihre Beweggründe für den Secondhand-Handel noch andere als heute: »Damals wollte ich vor allem selbstständig werden und kein Risiko eingehen. Alle meine Ware kaufe ich auf Kommission “Aber mit der Zeit sei der Klimaschutz ein immer wichtigerer Aspekt geworden, auch für ihre Kundinnen de ella.” »Früher ging is mehr darum, günstig Kleidung einzukaufen. Heute kaufen viele sehr viel bewusster ein«, sagt Gilbert und verweist unter anderem auf den enormousn Wasserverbrauch bei der Textilherstellung. »Das ist kaum zu glauben, wie viel Wasser man für die Produktion eines T-Shirts benötigt.« Genau genommen sind es rund 2500 Liter Wasser, das hat eine Studie an der Technischen Universität Berlin ergeben. Obendrein werden »bei der Produktion von Textilwaren viele Giftstoffe eingesetzt, die sich danach im Stoff befinden. Bei gebrauchten Produkten sind die bereits herausgewaschen«, erklärt Gilbert einen Vorteil.

Auffällig ist, dass sich immer mehr Mädchen und junge Frauen für Secondhand-Mode interessieren. »Dabei spielt es eine Rolle, dass Retro-und Classic-Produkte derzeit beliebt sind«, sagt Gilbert.

Die Gründe dafür, zu Secondhand-Mode zu greifen, sind vielfältig, das weiß auch Laura Wilhelm, die vor zwei Jahren ihr Secondhand-Geschäft in Grünberg eröffnet hat: »Für viele ist der Beitrag zum Klimaschutz ein Argument, andere wollen ausweniger Geld. Es geht um das gute Gefühl, dass meine alte Kleidung weitergetragen und nicht weggeworfen wird.«

Insbesondere die Jüngeren würden dabei stark durch Social Media beeinflusst: »Viele unsere Kunden sind zwischen zehn und 16 Jahren alt. Die bekommen Secondhand und Nachhaltigkeit auf den Social-Media-Kanälen vorgelebt«, sagt Wilhelm. »Aber es gibt auch die alten Secondhand-Followers, die schon vor 20 Jahren auf den Zug aufgesprungen sind und das heute noch vorleben.«

Auch gebe es regional große Unterschiede bei der Kundschaft, sagt Wilhelm: »In Berlin und anderen Großstädten sind Secondhand-Läden etwas ganz Normales. Hier in Grünberg sind die Menschen noch dabei, sich an das Thema Secondhand heranzutasten.«

Dem Secondhand-Laden lastete lange Zeit ein Schmuddel-Picture an. Mittlerweile habe sich das jedoch geändert und moderne Läden seien die Regel, sagten die beiden Expertinnen. Die Unterschiede zu einem herkömmlichen Modegeschäft sind kaum zu erkennen, abgesehen vom Preis, der auf der Ware steht.

Doch auch Gilbert kann von Vorbehalten berichten, die es durchaus noch gibt. »Gerade viele ältere Menschen tun sich schwer mit Läden wie meinem«, sagt sie. »Da scheint die Hemmschwelle höher zu liegen.« Es sei schon vorgekommen, dass jemand in ihrem Laden eingekauft habe und sich dann geradezu aus dem Geschäft geschlichen hätte. »Manche wollen einfach nicht zeigen, dass sie in einem Secondhand-Laden eingekauft haben. Als sei das etwas Schlimmes.«

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con_Secondhand_MaLa1_250_4c © pv
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con_Secondhand_MaLa2_250_4c © pv

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