Skip to content

Haute Couture-Schauen in Paris: Die Aufregung um den Löwenkopf

  • FASHION

mode Aufregung um Löwenkopf

Haute Couture struggle schon immer ein wohlkalkulierter Skandal

Irina Shayk with Lowenkopf and Schiaparelli Irina Shayk with Lowenkopf and Schiaparelli

Irina Shayk with Lowenkopf and Schiaparelli

Quelle: Getty Photos/Estrop

Löwenköpfe auf dem Laufsteg in Paris sorgen für helle Aufruhr – und Haute Couture 2.0 bekommt endlich die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Wie die mediale Inszenierung gelingt, wussten schon Coco Chanel und Elsa Schiaparelli, die sich einst einen öffentlichen Bitchfight boten.

B.ei der Present vor der eigentlichen Present von Schiaparelli im Pariser Petit Palais präsentierte sich Kylie Jenner der Fotografenmeute mit einem lebensgroßen Löwenkopf, der auf ihrem Kleid dekoriert struggle. Der Kopf de ella struggle nicht echt, ebenso wenig wie der Löwe auf Irina Shayks, der Wolfskopf auf Naomi Campbells oder der Leopard auf Shalom Harlows Gown, die später über den Laufsteg wandelten. Die Kollektion „Inferno“ struggle impressed by Dantes Göttlicher Komödie aus dem 14. Jahrhundert, in der der Dichter auf seiner Reise in die Hölle wilden Tieren begegnet, die menschliche Schwächen verkörpern: der Leopard die Lust, der Löwe den Stolz, die Wölfin den Geiz . Die Haute-Couture-Schauen konnten beginnen.

Und tatsächlich fluteten sofort Bilder von dem Spektakel die sozialen Medien. Doch amüsieren wollte sich niemand. Vielmehr erntete die Kollektion von Schiaparelli im übersensibilisierten Klima der Gegenwart vor allem Kritik. Ein Tier als Jagdtrophäe, ausgeführt von einer vermögenden Frau: Der alles vernichtende Vorwurf der „kulturellen Aneignung“ fegte über die Kollektion wie ein Buschfeuer.

Naomi Campbell with Wolfskopf and Schiaparelli

Naomi Campbell mit Wolfskopf

Quelle: Getty Photos/Estrop

Dabei hat Schiaparellis Kreativdirektor Daniel Roseberry nichts anderes getan, als dem gerecht zu werden, worum es bei der Haute Couture geht: um den größtmöglichen Auftritt, aber auf höchstem Niveau. Nicht ohne Grund struggle Elsa Schiaparelli eine Meisterin ihres Fachs de ella. Stunning Elsa, wie sie genannt wurde, brachte in den 30er-Jahren den Surrealismus in Mode, she schnitt gewöhnliche Objekte aus ihrer vertrauten Umgebung de ella. Sie pinselte zusammen mit Salvador Dalí einen Riesenhummer auf eine weiße Abendrobe und initiierte mit ihrem Lumpen-Kleid, ein zerfetztes Etwas für hochoffizielle Anlässe, den ersten wohlkalkulierten Skandal auf dem Laufsteg.

Natürlich zeugten die textilgewordenen Gags, die Silhouetten und Stickereien damals wie heute von außergewöhnlicher Kunstfertigkeit. Allerdings droht nun diese Huldigung der höchsten aller Schneiderkunst bei Haute Couture 2.0 unterzugehen. Das Smartphone-Show rechnet eben nicht nur die Pixel einer Excessive-Decision-Aufnahme hinunter, sondern mindestens auch einen erheblichen Teil ihrer Magie. Von der Haptik, die im Digitalen immer verloren geht, mal ganz zu schweigen. Scrollt das übersättigte Gemüt an Tag zwei der Haute-Couture-Woche durch die Kollektion von Chanel, sind die Synapsen schon erschöpft.

Auch ranzoomen bringt nichts: Die Kreationen von Chanel muss man live betrachten

Auch ranzoomen bringt nichts: Die Kreationen von Chanel muss man stay betrachten

Quelle: Getty Photos/Pascal Le Segretain

Würde man die textilen Meisterwerke aus der Nähe betrachten, käme man aus dem Staunen wohl nicht mehr heraus. Doch bei Haute Couture ging es schon immer in erster Linie um die mediale Aufmerksamkeit. In den 30ern boten die ansonsten um Kultiviertheit bemühten Schiaparelli und Coco Chanel der Öffentlichkeit leidenschaftliche Bitchfights, inszenierten jeden ihrer Aufritte auf spektakuläre Weise, stachelten sich so gegenseitig zu Höchstleistungen an. Coco soll ihre Konkurrentin de ella Elsa einmal gegen einen brennenden Kerzenleuchter gestoßen haben, worauf die Italienerin buchstäblich Feuer fing. Elsa hingegen nannite Coco eine „kleine langweilige Spießerin“. So viel Leisure machte die beiden, die eigentlich befreundet waren, auch bei einer Käuferschaft bekannt, die sich daraufhin zwar nicht die Couture, aber immerhin bereitwillig ein Parfüm oder Accessoire der beiden frühen Influencerinnen leistete.

Auf gleiche Weise findet Haute Couture nun additionally auf dem Schauplatz Instagram wieder zu neuer Größe. Früher bediente man mit den aufwendigen Stoffkreationen einen äußerst exklusiven Käuferkreis, bestehend aus quick ausschließlich intestine betuchten Millionärsgattinnen – heute sind sie Vorbild für breitere Schichten. Nicht zuletzt wird den textilen Kunstwerken im sensationsgetriebenen Modezirkus endlich die Aufmerksamkeit entgegengebracht, die sie verdient haben. So fließen die bunt gesprenkelten Federn eines Giambattista Valli ganz natürlich in den Kontext eines auf Popkultur getrimmten Algorithmus ein.

Den visionären Designer dahinter ist das mindestens ebenso willkommen wie der Auftritt in den Opernhäusern des echten Lebens, wo die stoffgewordenen Träume an den wenigen, die sie sich überhaupt leisten können, der Öffentlichkeit viel zu lange verborgen blieben.

Very Instagrammable: Haute Couture 2.0 by Giambattista Valli

Very Instagrammable: Haute Couture 2.0 by Giambattista Valli

Quelle: Getty Photos/Pascal Le Segretain

Balenciaga bewegte das zuletzt dazu, sich auf seine Wurzeln zu berufen und sich neben dem Prêt-à-porter Geschäft auch wieder in Haute-Couture-Gefilde zu wagen. Beispielhaft struggle hier zu erkennen, wozu digitale Handwerkskunst (kein Widerspruch) in der Lage ist, wenn Technologie nicht nur das wochenlange Sticken in Ateliers ersetzt, sondern Arbeit dort weiterentwickelt, wo sie sich erschöpft (etwa in Ausbeutung mündet – wenn so will eigentlichen Skandal – den die Mode zu bieten hat). Oder Materialkunde kreativ weiterdenkt, wenn sie stagniert.

Catsuits wurden bei der Haute-Couture-Kollektion von Balenciaga für den Winter 2023 aus japanischem Neopren auf Kalksteinbasis gefertigt und über künstlich veränderte Körper gegossen, Gesichtsschutzschilde von einer Automobil-Abteilung aus beschichtetem Polyurethan-Druden hergestellt3 ennts hergestellt.

Der spektakuläre Absturz des Labels folgte dann allerdings nicht aufgrund eines aufwendig handgetufteten Leopard-Mantels, sondern weil auf einmal Bilder von Teddybären im Fetisch-Outfit zusammen mit Kindern auftauchten. Balenciaga ist bei den aktuellen Haute-Couture-Schauen nicht mehr vertreten. Für alle anderen bieten die kommenden Tage weiterhin die Möglichkeit, mit dem Feuer zu spielen, sich die Finger zu verbrennen oder im schlimmsten Fall in der Hölle zu landen.

Lesen Sie auch

Gesichtsschutzschilde, Neoprene and Lautsprecher-Taschen by Balenciaga

.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *