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Ein modisches No-Go wird zum Development

  • FASHION

Look aus der Frühlingskollektion 2023 von Armani. (Picture: Getty Photographs)

Drousers

Schon wieder wird ein fragwürdiger Nuller-Jahre-Development wiederentdeckt. Stars wie Katie Holmes haben damit schon aufgeregte Diskussionen ausgelöst. Auf dem Laufsteg wirkt die Kombination aus Kleid über Hose jedoch ein wenig eleganter als früher.

Jeder Development erreicht irgendwann seinen Höhepunkt. Bei der grossen Nuller-Jahre-Welle, die seit einigen Jahren die Mode erfasst und für ein Revival von Hüfthosen, bunten Sonnenbrillen und Plateau-Mules gesorgt hat, dürfte dieser Punkt nun erreicht sein. Zumindest ging das einigen Beobachtern durch den Kopf, als Katie Holmes im vergangenen Dezember auf einer Veranstaltung in New York in einem sehr speziellen Look vor die Fotografen trat.

Die Beschreibung in Kurzform: Kleid uber Hose. Eine Kombination, die man so jahrelang nicht mehr gesehen hatte, und das eigentlich aus gutem Grund. Holmes trug auf der Weihnachtsparty des amerikanischen Radiosenders iHeart Radio in New York ein enges und kurzes Bustierkleid über einer gerade geschnittenen Denims, dazu Turnschuhe. Der Look ging viral und sorgte auf Social Media für so viel Aufregung und Diskussionen, dass Holmes’ Stylistin Brie Welch der «New York Instances» ein Interview gab, um die kuriose Outfit-Wahl zu rechtfertigen.

Katie Holmes at the Weihnachtsparty des amerikanischen Radiosenders iHeart Radio in New York.  (Image: Getty Images)

Katie Holmes on the Weihnachtsparty des amerikanischen Radiosenders iHeart Radio in New York. (Picture: Getty Photographs)

Welch hätte auch einfach die Schuld auf Designer und Laufstegtrends schieben können. Denn die führen ebenfalls wieder Variationen der «Drousers» vor, eines Worthybriden aus «costume» und «trousers», der die Kombination aus Kleid über Hose beschreibt. Seit einigen Saisons haben Labels wie Louis Vuitton, Proenza Schouler, Ganni oder Chloé den Look wieder zurückgeholt.

Für den aktuellen Frühling zeigte Hermès eine Artwork Kompromiss-Variante mit einem von unten bis zur Taille aufgeknöpften Trägerkleid, das den Hosenbund offenbart. Bei Giorgio Armani reichen hauchzarte Bustierkleider bis zum Knie, und darunter schauen Pumpphosen boil.

Auch auf dem Laufsteg von Hermès ist der Trend zu erkennen, und zwar in einer Art Kompromiss-Variante mit von unten her weit aufgeknüpftem Trägerkleid.  (Image: Getty Images)

Auch auf dem Laufsteg von Hermès ist der Development zu erkennen, und zwar in einer Artwork Kompromiss-Variante mit von unten her weit aufgeknüpftem Trägerkleid. (Picture: Getty Photographs)

Das Risiko hinter dem Development

Die Laufsteg-Ensembles wirken durchaus elegant, was auch daran liegt, dass Designer vor allem fliessende, wallende Stoffe einsetzen, die Kleider nicht zu kurz und nicht zu eng sind. Der extrem nostalgische Y2K-Look, wie ihn Katie Holmes zitiert hat, bestand in den Nuller-Jahren meistens aus zarten Partykleidern, die über Denims getragen wurden.

Sarah Jessica Parker führe ein ähnliches Outfit als Carrie Bradshaw in der Serie «Intercourse and the Metropolis» vor, ebenso Stars wie Britney Spears oder Paris Hilton. Und wer damals bei Modeketten wie Orsay oder Pimkie einkaufte konnte sich dort mit schmalen Hosen eindecken, an die ein kurzer Rock appliziert warfare.

So funktioniert der Look

Solche Kombinationen veranschaulichen das Risiko hinter dem Development: Er kann sehr schnell sehr chaotisch aussehen – unentschlossen eben. Die modernen Interpretationen gehen das Thema «Drousers» daher etwas strategischer an: Hose und Kleid bleiben in einer Farbfamilie. Die Kleider sind tendenziell eher lang und die Hosen weit, was für eine schmale, lange Silhouette sorgt. Und offene Knöpfe oder Schlitze am Kleid, die etwas mehr Hose zeigen, stellen einen guten Mittelweg dar, bringen mehr Type in einen Lagenlook, der den Körper etwas gestaucht aussehen lassen kann.

Gleichzeitig zeigen Drousers, worum es in der Mode auch geht: Dinge auszuprobieren, zu experimentieren und Wege zu finden, um Altbekanntes ein wenig neu und anders aussehen zu lassen. Dass man dabei Risiken eingeht, steht fest. Und wie der Fall Katie Holmes beweist, zieht man dann in jedem Fall die Aufmerksamkeit auf sich.

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